Mit diesem Beitrag starten wir eine neue Beitragsserie, die sich mit technischen Grundlagen in der Rahmengestaltung befasst. Passend zu unserem letzten Beitrag zur Geschichte des Rahmens gehen wir dabei auf die unterschiedlichen Rahmengruppen, ihre Materialien und Formen ein. Um die einzelnen Rahmenformen zu erläutern, haben wir unser Rahmensortiment durchforstet. So können wir euch diese Formen auch in ihrer moderneren Variation vorstellen. Aber bevor wir in die Formenthematik eintauchen, geht es darum, Rahmen in ihrer Gesamtheit zu klassifizieren. Mitchell und Roberts zufolge können europäische Bilderrahmen in folgende drei Gruppen unterteilt werden:

(1) Ecclesiastical frames: they generally reflect the architectural style of their religious setting
(2) Court frames: commissioned by rulers and nobility, they represent an essential and long underestimated, component of arts employed for propaganda purposes and as a status symbol, expressed through grandeur, luxury, and sculptural magnificence
(3) Secular frames: the greatest volume of production for domestic consumption (Mitchell/Roberts 1996: 8).
Diese Rahmengruppen variieren je nach Epoche und gewünschter Wirkung. Es kann selbstverständlich auch sein, dass der Rahmen gemeinsam mit dem Bild, als dessen Weiterführung oder Gesamtwerk angefertigt wurde. Heute könnte man beispielsweise Objektrahmen zu dieser Gruppe zählen. Auch unsere Mitarbeiter haben sich zur Umsetzung von Objektrahmen Gedanken gemacht und eine kreative Idee entwickelt:
Besonders gut zu erkennen ist die Dreidimensionalität, die durch die gezielte Einsetzung von Rahmentiefe und Fluchtpunkten entsteht. Durch einen Einsatz von Distanzleisten (bis zu 19cm) kann diese Wirkung noch besser erzielt werden. Um das Objekt vor Feuchtigkeit, Schmutz und Sonneneinstrahlung zu schützen, wird auch entspiegeltes 70-prozentiges UV-Glas verwendet und auf der Rückseite versiegelt. Allgemein gilt, dass Objektrahmen aus stabilen Materialien (Holz/Aluminium) angefertigt werden, um so das zusätzliche Gewicht des Objekts auszugleichen. Unsere Objektrahmen werden natürlich maßgefertigt, um den bestmöglichen Schutz und die optimale Präsentation des Objekts gewährleisten zu können.
Welches Holz wird nun im Allgemeinen für die Rahmenleisten verwendet?
Hölzer von Eiche, Nuss, Linde, Birne bis hin zu Palisander werden für die Rahmenherstellung verwendet. Ulmenholz lässt unter anderem ideal mit Aquarellen kombinieren. Rahmenleisten werden mitunter naturbelassen und Wirkung durch die Maserung des Holzes. Andere wiederum sind beschichtet oder lackiert. Rahmenleisten, die aus Aluminium hergestellt werden, sind auch mit Holzfurnier erhältlich.
Hier finden Sie nun einen kleinen Einblick in die Formenvielfalt unserer Rahmenleisten. Für Raumansichten empfehlen wir, eine Leiste mit einer Schräge nach innen zu wählen, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen.
Das Verständnis dieser technischen Grundlagen ist nicht nur für unsere Arbeit von Nutzen, sondern kann auch bei der Auswahl von Rahmen von Vorteil sein. Im nächsten Beitrag werden wir uns mit Passepartouts befassen.
Quellen:
Becker-Massart, L. (1992). Bilder richtig rahmen : vom Umgang mit Passepartout, Leisten und Glas. Callwey.
Mitchell, P., & Roberts, L. (1996). A history of European picture frames. Holberton.
Interview mit Philipp Günther, 14.09.2024.
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